Presse

© Jassu Hertsmann
18. Juni 2018

Neuer Workshop beim Dirigentenforum: Korrepetition

„Korrepetieren heißt, Orchester spielen und nicht Klavier“, so der Dirigent Will Humburg. Unter seiner Leitung bietet das Dirigentenforum in Kooperation mit der Oper Köln vom 25. bis 27. Juni 2018 zum ersten Mal einen Korrepetitionsworkshop für junge Nachwuchstalente an.

Im Fokus des Workshops steht die Frage, wie man einen komplexen Orchesterklang für die Sängerinnen und Sänger am Klavier möglichst hilfreich darstellt – von der ersten Solokorrepetition über das Spielen von musikalischen Ensemble- und Szenenproben bis hin zum Spielen der Klavierhauptprobe.

Im 1. Korrepetitionsworkshop des Dirigentenforums übernehmen mit Will Humburg, Lucio Gallo (derzeit als Sir John Falstaff an der Oper Köln zu erleben) und Rainer Mühlbach (Oper Köln) drei namhafte Künstler aus der Praxis die Leitung des Workshops. Des Weiteren wirken Sängerinnen und Sänger des Ensembles und des Internationalen Opernstudios der Oper Köln mit.

Inhalte des dreitägigen Workshops sind:
• Arbeit mit Sängerinnen und Sängern in den verschiedenen Stadien der Einstudierung (Korrepetieren und Markieren der Singstimmen)
• Bühnenmusik dirigieren
• Rezitative am Klavier spielen
• vom Blatt spielen
• Vorsingen begleiten

Aufgrund des großen Interesses wurde der Kurs auch für externe Teilnehmer geöffnet. Von den insgesamt 13 aktiven Teilnehmerinnen und Teilnehmern kommen zwei aus dem Dirigentenforum: Seung Hyun Baek (Student, Hochschule für Musik Nürnberg) und Chanmin Chung (Student, Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar).

Termine:
Mo, 25.06.2018        10.00 – 13.00 Uhr und 15.00 – 19.00 Uhr
Di, 26.06.2018        10.00 – 13.00 Uhr und 15.00 – 19.00 Uhr
Mi, 27.06.2018        10.00 – 13.00 Uhr und 15.00 – 19.00 Uhr

Veranstaltungsort:
Oper Köln im Staatenhaus (Saal 1), Rheinparkweg 1, 50679 Köln

Programm:
Auszüge aus:
Berg: Lulu
Bizet: Carmen
Mozart: Zauberflöte / Così fan tutte
Puccini: La Bohème
Rossini: Der Barbier von Sevilla
Strauss: Der Rosenkavalier / Salome
Tschaikowsky: Eugen Onegin
Verdi: Rigoletto / Falstaff
Wagner: Rheingold / Walküre

Die Dozenten:

Will Humburg war von 1988 bis 1991 künstlerischer Leiter des Laboratorio Lirico-Festivals für zeitgenössisches Musiktheater in Alessandria / Piemont, von 1992 bis 2004 Generalmusikdirektor der Städtischen Bühnen Münster und des Symphonieorchesters der Stadt, außerdem von 2009 bis 2011 Chefdirigent und Künstlerischer Direktor des Teatro Massimo di Catania. Seit der Spielzeit 2014/15 ist er Generalmusikdirektor des Staatstheaters Darmstadt. Seit 2008 ist Will Humburg ständiger Gastdirigent an der Oper Bonn und feierte dort große Erfolge mit Neuproduktionen von „Un ballo in maschera“, „Kat’a Kabanova“, „Der ferne Klang“, „Aida“ und der hochgepriesenen Wiederentdeckung von Walter Braunfels „Der Traum ein Leben“ sowie zuletzt mit einer Serie früher unbekannter Verdi-Opern. Seit 2009 ist Humburg zudem regelmäßiger Gastdirigent der Oper Köln („L’Italiana in Algeri“, „Aida“, „La Forza del Destino“, „Il Trittico“,  „Zauberflöte“, „Otello“, „Parsifal“, „Falstaff“). Gastspiele führten und führen Humburg u.a. an das Teatro dell’Opera in Rom, an die Scala di Milano, an den Maggio Musicale in Florenz, das Teatro Massimo di Palermo, zum Verdi-Festival in Busseto, an die Dresdner Semperoper, das Staatstheater Stuttgart, die Deutsche Oper Berlin, die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf, die Staatsoper Hamburg, die Staatsoper Budapest, das Teatro Sao Carlos in Lissabon, das Athener Megaron, nach Sevilla, zum Opernfestival in Savonlinna und zum Sydney Symphony Orchestra. Für das Label Naxos spielte er seit 1990 mehrere hochgelobte CD-Gesamtaufnahmen ein. Vor allem für seine Verdi-Interpretationen erhielt er in den letzten Jahren immer wieder Nennungen als Dirigent des Jahres in den jährlichen Kritikerumfragen der Zeitschrift Opernwelt. Will Humburg ist Mitglied im Künstlerischen Beirat des Dirigentenforums und initiierte das neue Format des Korrepetitionsworkshops.

Lucio Gallo, Bariton, studierte am Giuseppe Verdi Konservatorium in Turin. Er ist ständiger Gast u. a. an der Metropolitan Opera, der San Francisco Opera, der Wiener Staatsoper, in Covent Garden, der Berliner Staatsoper, der Deutschen Oper Berlin, der Hamburgischen Staatsoper, der Bayeri-schen Staatsoper, dem Zürcher Opernhaus, am Théâtre de la Monnaie, bei den Salzburger Festspielen und an der Mailänder Scala. Gastengagements führten ihn mit „La fanciulla del West“ an die MET, mit „La Traviata“ nach Tokyo, mit „Rigoletto“ und „Macbeth“ nach Hamburg, mit „Otello“ nach Paris und mit der Titelrolle in „Gianni Schicchi“ sowie als Michele („Il tabarro“) nach London. An der Oper Köln war Lucio Gallo 2014 als Jago in Verdis „Otello“ zu erleben und kehrte in der Spielzeit 2016/17 mit überragendem Erfolg als Sir John Falstaff hierher zurück. Neben der Wiederaufnahme von Verdis „Falstaff“ ist er in der Saison 2017/18 auch als Giorgio Germont in „La Traviata“ zu erleben.

Rainer Mühlbach absolvierte sein Klavier- und Dirigierstudium an der Hochschule „Carl Maria von Weber“ in Dresden. Nach einer Assistenz bei Leonard Bernstein hatte er zunächst Engagements als Solorepetitor mit Dirigierverpflichtung an der Semperoper Dresden, dem Theater Basel und der Hamburgischen Staatsoper. Von 1995 bis 2000 bekleidete er die Funktion des 1. Kapellmeisters am Theater Bremen. An der Semperoper Dresden leitete er mehrere Produktionen des Opern-repertoires sowie einige Ballettpremieren. Die Oper Köln lud ihn in dieser Zeit für Wiederaufnahmen wie zum Beispiel „Die Zauberflöte“ und eine Neuproduktion von Poulencs „Dialogues des Carmélites“ ein. Er gastierte in Neuproduktionen am Theater Basel, Nationaltheater Weimar, Aalto-Musiktheater Essen, Grand Théâtre de Genève sowie an der Oper Graz und der Opéra de Paris. An der Hamburgischen Staatsoper leitete er u. a. die Premieren der Ballettkreationen „Bernstein Dances“ und „Nijinskij“ von John Neumeier. Gastspiele dieser Produktionen führten ihn nach Baden-Baden, ins Lincoln Center New York, nach Kopenhagen, Washington und Madrid. Von 2004 bis 2007 war er Generalmusikdirektor der Stadt Münster, wo er u. a. Neuproduktionen von „Lohengrin“ und „Fidelio“ leitete. Rainer Mühlbach dirigierte außerdem u. a. die Staatskapelle Dresden, die Dresdner Philharmoniker, das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, das Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Orquesta Sinfónica de Madrid, das Royal Danish Orchestra, das Washington National Opera Orchestra, das Los Angeles Chamber Orchestra sowie das NDR Sinfonieorchester. An der Oper Köln ist Rainer Mühlbach seit 2012/13 Leiter des Internationalen Opernstudios so¬wie musikalischer Leiter der Sparte Kinderoper.