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© Jassu Hertsmann
26. Oktober 2018

Ernst-von-Schuch-Preis geht an Gábor Hontvári

Die Familienstiftung Ernst Edler von Schuch vergab am 25. Oktober 2018 im Landhaus Dresden zum fünften Mal den mit 2.000,- € dotierten Ernst-von-Schuch-Preis an einen jungen Nachwuchsorchesterdirigenten. Mit diesem kleinen Jubiläum etabliert sich nunmehr eine Tradition der Nachwuchsförderung im Sinne des Namensgebers der Familienstiftung.

Persönlichkeiten des Musiklebens aus Dresden und weit darüber hinaus waren der Einladung zur Preisverleihung gefolgt. Nach der Begrüßung durch Martina Damm, Sprecherin der Familienstif-tung Ernst Edler von Schuch und Urenkelin des berühmten Dirigenten, hielt Professor Lutz Köhler, Ehrenmitglied der Royal Academy London und des Deutschen Musikrates, eine eindringliche Laudatio auf den Preisträger Gábor Hontvári. Es wurde deutlich, was einen guten Dirigenten ausmacht und worin die Herausforderungen in diesem Beruf bestehen. Im Hinblick auf Gábor Hontvári betonte Professor Lutz Köhler seine herausragende Fähigkeit mit dem Orchester zu kommunizieren und erteilte ihm den Ritterschlag mit der Betitelung „Maestro“.
Anschließend erhielt das Publikum anhand eines Video-Mitschnitts mit den Nürnberger Symphoni-kern und dem 4. Satz aus Johannes Brahms‘ 4. Sinfonie einen Eindruck von Gábor Hontváris dirigentischem Können. Aber auch für musikalische live-Erlebnisse war mit dem Engagement von Uta-Maria Lempert (Violine) und Matthias Lorenz (Violoncello) gesorgt, die „Music is the Key” von Klaus Lang und „Klangwaben - Signale für Violine solo” von Adriana Hölszky zu Ehren des Preis-trägers spielten.
Zum Abschluss zeichnete Dr. Bernt-Christoph Lämmel, Urenkel von Ernst von Schuch, die Statio-nen im Leben seines Urgroßvaters nach und rief dessen Verdienste in Erinnerung, bevor er dem jungen Dirigenten Gábor Hontvári den Preis überreichte.
In Bewahrung der Erinnerung an den großen Dirigenten Ernst von Schuch (1846-1914), der als Generalmusikdirektor die königlich-musikalische Kapelle (heutige Staatskapelle) in Dresden zu Weltruhm führte, möchte die Familienstiftung Ernst Edler von Schuch Dresden durch diese Preis-verleihung junge Orchesterdirigenten fördern. Die Auswahl der Preisträger erfolgt in Kooperation mit dem Dirigentenforum des Deutschen Musikrates. Im Rahmen des Abschlussdirigierens der 1. Förderstufe des Dirigentenforums in Frankfurt/Oder im Mai dieses Jahres wurde Gábor Hontvári auserkoren. Eine fünfköpfige Jury unter Vorsitz des Dirigenten Roger Epple traf gemeinsam mit Martina Damm die Auswahl unter sechs Kandidaten.
Hontvári, Jahrgang 1993, ist seit 2016 Stipendiat im Dirigentenforum des Deutschen Musikrates. Der gebürtige Ungar begann im Jahre 2015 nach dem Abschluss seines Bachelorstudiums für Orchester- und Chordirigieren an der „Franz-Liszt-Musikakademie“ Budapest mit dem Masterstu-dium Orchesterdirigieren bei Prof. Nicolás Pasquet und Prof. Gunther Kahlert an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar. Im gleichen Jahr gewann er den 1. Preis beim Dirigierwettbewerb der Mitteldeutschen Hochschulen mit dem MDR. Schon 2014 war er 1. Preisträger beim Internati-onalen „Lantos Rezsö“ Wettbewerb für junge Chordirigenten. Sein Masterstudium schloss er im Juni dieses Jahres mit Auszeichnung ab.
In den vergangenen Jahren dirigierte Gábor Hontvári verschiedene Konzerte, u.a. mit der Bayeri-schen Kammerphilharmonie, dem MDR Sinfonieorchester, der Jenaer Philharmonie, der Weimarer Staatskapelle, dem MAV Symphonieorchester Budapest, dem Philharmonischen Orchester Györ, arbeitete mit namhaften Dirigenten wie Nicolás Pasquet, Andreas Schüller, Rasmus Baumann, Alessandro de Marchi zusammen und besuchte Meisterkurse u.a. bei Lutz Köhler, György Va-shegyi und Peter Eötvös, dem derzeitigen Capell-Compositeur der Staatskapelle Dresden. In der 1. Phase des „Campus Dirigieren“ im September dieses Jahres an der Musikhochschule „Carl Maria von Weber“ Dresden wurde Gábor Hontvári als einer von 13 Mitbewerbern zur Teilnahme an der zweiten Runde des Wettbewerbes in Nürnberg im Januar 2019 ausgewählt.