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© Jassu Hertsmann
17. Dezember 2019

Ernst-von-Schuch-Preis geht an Marie Jacquot

Die Familienstiftung Ernst Edler von Schuch vergab am 16. Dezember 2019 zum sechsten Mal den mit 2.000,- € dotierten Ernst-von-Schuch-Preis. Mit Marie Jacquot wurde zum ersten Mal eine junge Dirigentin ausgezeichnet.

Frau Dr. Gerhild von Schuch, die den Preis in diesem Jahr gestiftet hatte, übergab die Auszeichnung im Landhaus Dresden persönlich an Marie Jacquot (Jahrgang 1990), die seit 2016 Stipendiatin im Dirigentenforum des Deutschen Musikrates ist. Für den Deutschen Musikrat sprach der Vizepräsident Hartmut Karmeier und die Laudatio hielt Prof. Ekhart Wycik von der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar.

In Erinnerung an den Dirigenten Ernst von Schuch (1846-1914), der als Generalmusikdirektor die königlich-musikalische Kapelle (heutige Staatskapelle) in Dresden zu Weltruhm führte, möchte die Familienstiftung Ernst Edler von Schuch Dresden durch diese Preisverleihung junge Orchesterdirigent*innen fördern. Die Auswahl der Preisträger*innen erfolgt in Kooperation mit dem Dirigentenforum des Deutschen Musikrates. Im Rahmen des Abschlussdirigierens der 1. Förderstufe des Dirigentenforums mit der Württembergischen Philharmonie Reutlingen im Juni dieses Jahres wurde Marie Jacquot ausgewählt. Eine fünfköpfige Jury unter Vorsitz des Dirigenten Prof. Lutz Köhler traf gemeinsam mit der Sprecherin der Familienstiftung, Martina Damm, die Auswahl unter fünf Kandidaten. Sie lobte Marie Jacquots besondere Fähigkeit, dank ihrer charismatischen und unbedingten musikalischen Ausstrahlung, das Orchester vom ersten Moment an zu einem einheitlichen Klangkörper zu formieren, der unter ihrer Leitung ein kompaktes, den Zuhörer fesselndes und einnehmendes Musikwerk entstehen lässt.

Marie Jacquot begann ihre Ausbildung mit einem Posaunenstudium in Paris, dem ein abgeschlossenes Dirigierstudium in Wien sowie weiterführende Studien bei Prof. Nicolás Pasquet und Prof. Ekhart Wycik in Weimar bis 2017 folgten. Neben der Förderung des Dirigentenforums erhielt sie auch Stipendien des SYLFF der Tokyo Foundation, des Aspen Music Festivals und der neuen Liszt Stiftung Weimar. Im Rahmen des Dirigentenforums belegte sie Dirigierkurse bei Georg Fritzsch und Paul Mägi. Sie assistierte Kirill Petrenko bei der Uraufführung von „South Pole“ an der Bayerischen Staatsoper und dirigierte die Uraufführung von „Tongue-Cat“ bei den Münchener Opernfestspielen.

In der Zeit von 2016 bis 2019 war sie erste Kapellmeisterin und stellvertretende GMD am Mainfranken Theater in Würzburg. Hier leitete sie bisher u.a. die Neuproduktionen „Nabucco“ und „Il barbiere di Siviglia“, die Wiederaufnahme „Idomeneo“ sowie Vorstellungen von „Die Hugenotten“, „Die Entführung aus dem Serail“ u.a. Seit der Spielzeit 2019/20 ist Marie Jacquot Erste Kapellmeisterin an der Deutschen Oper am Rhein.

Engagements führten sie darüber hinaus u.a.  zu den Münchner Symphonikern, dem Recreation-Orchester Graz, dem Staatsorchester Darmstadt, dem Orchester des Theaters Gießen und der Rheinischen Philharmonie Koblenz. In der Spielzeit 2018/19 gab Marie Jacquot mit Begeisterung aufgenommene Debüts beim mdr Musiksommer, beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, am Staatstheater Stuttgart (Cherubinis „Medea“), beim Gürzenich-Orchester Köln und dem Rhode Island Philharmonic Orchestra.